"Acht Hobbies für den sozialen Abstieg" von Team Scheiße

Die Garage/Deutschpunk-Band "Team Scheiße" zeichnet eine Besonderheit aus: Drummer Bart, Gitarrist Mercedes Andi und Sänger Tripper Thomas haben sich noch nie getroffen. Das Trio entwickelt ihre Songs einzeln in ihren jeweiligen Probenräumen und bastelt anschließend alle Spuren zusammen. So wurde dieses Album „Acht Hobbies für den sozialen Abstieg“ selbst produziert und vertrieben. Unabhängigkeit ist der Band also wichtig.

Album Review

Der erste Höreindruck des Songs „Wen“ bestätigt: Das ist Punk. Er darf alles, braucht keine Manieren und Regeln und ist derb. Kaum verständlich ist der Text und auch die Längen der darauffolgenden Tracks sind kürzer als so manch bekannter Punkrock-Song. Melodien erklingen nach Lust und Laune und Schrebbel-Gitarren, einfache Bassriffs und gegrölte Gesangsmelodien gehören zum Sound der Band.

Im zweiten Songs "Karstadtdetektiv" wirkt die Gesangsmelodie fast eingängig, doch bevor sie im Ohr haften bleiben kann, ist der Song auch schon wieder zu Ende. Schmunzeln muss man über die sympathischen Zeilen "Ihr könnt klauen, was ihr wollt, ich werd niemanden verraten" trotzdem. Ein Zitat von Klaus Kinski trifft im nächsten Song "Komm ran" in die Kerbe des rauen Punkrock-Charakters. Lyrische Sinnzusammenhänge sucht man hier vielleicht vergeblich, doch Pogo tanzen ist zu dem Zweiminüter absolut möglich.

Mit einem Originalton-Zitat beginnt auch der Song "Indianer" und schaltet im Tempo eine Stufe zurück. Dynamikunterschiede sind trotz aller Trivialität, für die Punkrock ja bekannt ist, deutlich zu hören. Tempovariationen im nächsten Song "Tag im Park" eine große Freude und zeigen, was die Band trotz aller Einfachheit kann.

Doch schräg drauf ist das Trio. Das wird im Song "Putzkraft" deutlich. Der Song "Strull" startet wieder mit unmoduliertem Gesang. So strukturlos und fix, wie der Song beginnt, hört er auch wieder auf. Der letzte Track "Hund" schließt das Album mit Dead-Kennedys-Dynamik. 

Unser Fazit

"Acht Hobbies für den sozialen Abstieg" - der Titel ist Thema. Man muss sich auf das ironische Augenzwinkern einlassen können, um die Band verstehen zu können. Wer kurze, knackige Songs, derbe Texte und Pogo mag, dem sei dieses Album empfohlen!

 

Tags