Rockgitarrist werden

Informationen über den Beruf des Rockgitarristen

Von einer eigenen Rockband träumen viele Gitarristen. Mit ihr Hallen zu füllen und Geld zu verdienen ebenfalls. Doch wie sieht es in der Realität aus? Jimmy Gee, Rockgitarrist, Sänger, Produzent, Coach und Komponist, gibt Informationen und Tipps für Board of Music.

Interview mit Jimmy Gee, Rockgitarrist

Jimmy Gee, Rockgitarrist, Sänger, Produzent, Coach und Komponist – Jahrgang 1978 – spielt seit seinem elften Lebensjahr Gitarre und hat in den letzten 25 Jahren eine Menge Konzerte gespielt. Fünf Studioalben hat er veröffentlicht, und alles begann, wie bei vielen Musikern, durch den Einfluss der Beatles. Er wollte nie etwas anderes machen, auch, wenn ihm die Schattenseiten der Musikszene bewusst sind: "Sie ist sehr speziell und nicht sehr ehrlich. Professionell Musik zu machen ist leider alles Andere als immer nur toll. Das ist die Kehrseite der Medaille. Auf einer Bühne zu stehen, vor gefülltem Haus, ist natürlich großartig! Gerade die glücklichen Fans, die nach dem Konzert zu uns kommen, beweisen, dass es der beste Job ist."

Und auch als Lehrer weiß er zu berichten: "Das Unterrichten ist sehr durchwachsen. Es kommt immer auf die Ambitionen der Schüler an. Unterricht kann super toll sein, aber auch total langweilig und nervig."

Weil das Erlernen des Gitarrenspiels seiner Ansicht nach nicht sehr leicht ist, sollte man bereits ab dem siebten Lebensjahr mit dem Spielen beginnen, ebenso wie mit dem Gesang. Es braucht viel Zeit und Übung und auch Fleiß ist unabdingbar: "Es geht in erster Linie gar nicht um die musikalischen Fähigkeiten. Aber mit Fleiß kann man viel kompensieren. Auf genau diesen Fleiß kommt es an. Ein Mal die Woche ein paar Minuten üben bringen einfach nichts. Also braucht man Zeit, einen Funken Talent, Ausdauer und Durchhaltevermögen!“

Vom Onlineunterricht hält Jimmy wenig, weil der Lehrer nicht eingreifen könne. Online-Videos seien "nett zum Üben, aber mehr nicht."

Doch wer am Ball bleibt, kann die Vorzüge der E-Gitarre genießen: "Das Abwechslungsreiche, die Dynamik, der Klang – egal, wie sanft die E-Gitarre klingt, es ist immer etwas Teuflisches drin. Eine E-Gitarre gehört in eine Rockband! Man kann sie natürlich auch allein spielen. Aber so richtig wohl fühlt sie sich eben nur in einer Band."

Dieses Spielgefühl lässt sich durch Livekonzerte und YouTube-Konzerte leicht zurück ergattern, wenn die Motivation mal hängt. Auch „Spaß und Flachserei“ gehören dazu, wenn bei Schülern das Motivationsloch klafft. Doch bei langandauernder Lustlosigkeit rät Jimmy, das Spielen zu beenden.

Genrevielfalt ist in jedem Fall geboten: Rock, Blues, Metal, Rock’n’Roll, Beat, Pop, Reggae, Country – ein Punkt lässt sich schwer setzen.

Abschließend bekennt sich Jimmy zum Lehrangebot, das sehr groß ist, in Jimmys Augen sogar zu groß: "Tausende Lehrer mit riesigen Preisunterschieden und Qualitäten machen es dem Einsteiger nicht leicht. Aber man kann ganz einfach sagen: ist der Lehrer zu billig, stimmt etwas nicht!"

Rockgitarrist Jimmy Gee

Bildquelle: André Artfiction Gehrmann


Jimmy Gee auf Board of Music

⇒ Mehr Infos über Jimmy Gee