A Shape Of Fading von We Will Kaleid

A Shape Of Fading von We Will Kaleid Keyvisual

We will Kaleid – das sind Jasmina de Boer und Lukas Streich. Mit ihrem Instrumentenrepertoire Vocals, Keys, Electronics, Drums und Piano zaubert das Duo ein Album, das in keine Schublade passen will. So beginnt 'A Shape Of Fading' mit dem Track 'Dream' und einem sparsamen, in Basstönen angespielten Klavier. Hall-Atmosphäre und die elektronisch angehauchte und leicht dumpf klingende Snare wirken als Kontrast zu Jasminas Stimme, die sich wie ein seidenes Tuch über den Soundteppich legt. Die harten Rhythmen und das weiche Klanggerüst harmonieren perfekt zueinander. Ebenso dumpf und elektronisch angehaucht ist auch der folgende Track 'Breathe You', den Jasminas Stimme führt. Es ist kein Soul, aber ebenso viel Gefühl. Auch 'Fly' beginnt mit einer treffenderweise schwebenden Klaviermelodie.

Spätestens jetzt fällt auf, dass das Duo weniger mit einprägsamen Melodien im gängigen Songformat als mit Atmosphäre spielt. Ein Film läuft im Kopf des Zuhörers ab, wenn mehrere, manchmal undefinierbare Effekte übereinander spielen. Dabei wirkt kein einziger redundant – sie sind eher undefinierbar. Möchte das professionelle Ohr in die Analyse gehen, hört es sicherlich die Tricks heraus, aber der Genuss wird dabei wohl erst mal auf der Strecke bleiben.

Also gibt man sich lieber in 'Bitter Earth' dem zarten und dann wieder kraftvoll auffahrenden Gesang von Jasmina hin. Lukas' Becken fügen sich stellenweise subtil und dann wieder kraftvoll ein. Rimshots, einmal angespielte Klavierakkorde und das fragile, aber nicht zerbrechlich wirkende Klavier bäumen sich gerne ungezähmt und dynamisch auf. Ein anschwellendes, beinahe schon bedrohlich klingendes Crescendo – man weiß nicht so recht, ob es Streicher sind – erinnern dann wirklich an Filmmusik und ein Gewitter.

Dann ist der Spuk schon wieder vorbei und mit ihm der Song. 'Legions' leitet wie gewohnt gefühlvoll und zart mit einem seichten Klangteppich ein, über den sich Jasminas Gesang ebenso zart legt: „We are nothing but survivors“. Ungehemmt beweist Jasmina ihr Stimmvolumen. Es klingt, als würden die beiden Musiker blind und stumm über ihre Musik kommunizieren können. Ein rasant gespielter Klavierdreiklang leitet 'The Hurt' ein, in den sich Lukas' Trommeln und Jasminas Stimme weben. Das Schlagzeug spielt ohne zu treiben nach vorne und lädt zum Tanzen ein. Doch kaum ist man auf der Tanzfläche, ist der Song schon wieder zu Ende.

Ohnehin variieren die Songlängen und schnell wird deutlich: We Will Kaleid bauen sich ihre musikalischen Regeln selbst. Sie machen einfach ihr Ding und das auf eine unaufdringliche, authentische und gefühlvolle Art und Weise, die ebenso exotisch wie sympathisch wirkt. Fröhlich ist das nicht. Soll es aber wahrscheinlich auch nicht sein. Das Duo beweist: Manchmal ist weniger mehr. Und dennoch hauchen Zeilen aus 'Of A Mind' wie „Merry chrismas, I assure you I'm alright“ und „My heartbeat for someone“ aus 'Mer' die universellen Themen ein, über die Jasmina singt. Mit 'Recur' endet das Album mit gewohnt ruhigen Klängen und stellt dem Zuhörer noch einmal die Frage: „It all comes back to me. Does it all come back to you?“

Fazit

Wer sich in eine andere Welt begeben oder einen surrealistischen Traum leben will, dem sei dieses Album empfohlen!

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