Kirchenmusik

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Kirchenmusik wird auch sakrale Musik genannt und bestimmt den Gottesdienst durch Vokal- und Instrumentalmusik. Messevertonungen, Kantaten, Motetten und Choräle bilden die Basis. Sie unterscheidet sich von der geistlichen Musik, die beispielsweise Oratorien von Händel oder das Requiem von Brahms sind. Auch die gemeindepädagogischen Lieder und die Musikpädagogik des Kindergottesdienstes gehören dazu. Konfession und kulturelles Umfeld setzen die Unterschiede. Kirchenmusiker sind Chorleiter, Organisten, Kinderchöre und der Posaunenchor. Sie gestalten den Gottesdienst. Um das Jahr 1300 wurde der Begriff Kirchenmusik als musica ecclesiastica zum ersten Mal vom Musiktheoretiker Johannes de Grocheo verwendet.

Der Wandel der Kirchenmusik

Auch populäre christliche Musik findet sich seit über 40 Jahren in der christlichen Popmusikszene. Berufsbilder des Kirchenmusikers sind Kirchenmusiker, Kantor, Bezirkskantor, Chorleiter, Organist, Liste von Organisten, Kirchenmusikdirektor, Landeskirchenmusikdirektor, Orgelsachverständiger und Glockensachverständiger.

Bezeichnungen und Instrumente

Die Kirchenglocken gehören ebenfalls zur Kirchenmusik. Das Madrigal ist eine mehrstimmige, solistische Vokalkomposition. Das Präludium, Interludium, Intonationen, Choralvorspiel, Chormusik, Kammermusik, Musik mit dem Titel sub communione, also Musik zur Kommunion und zum Abendmahl), das Postludium und der Gemeindegesang gehören zur Kirchenmusik. Ein mehrsätzige Vokalkomposition für Gesangsstimmen und Instrumentalbegleitung ist die Kantate. Sie entstand zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Rezitative, Arien, Ariosi, Chorsätze und Choräle wechseln sich mit instrumentalem Vor- und Zwischenspiel ab. Das Oratorium ist eine opernnahe Großform und inszeniert Chor, Orchester und kommentierende Solorollen einzelner Musiker. Bibeltexte werden dabei vertont. Die Passionsoratorien sind die bekanntesten ihrer Gattung.

Spezielle Formen der Kirchenmusik

Spezielle Formen der Kirchenmusik sind der Choral als ursprüngliche Liturgie der Westkirche mit einstimmiger Kirchenmusik, die Motette mit mehrstimmigem Gesang mit dem gesungenen Wort im Vordergrund, Messe als Vertonung des Ordinarium, Requiem als Totenmesse der katholischen Liturgie, Te Deum als ambrosianischer Lobgesang, Litanei als Bittgebet der katholischen Kirche in Form eines Wechselgesangs zwischen Vorsänger oder Schola und Gemeinde, Vesper als Vertonung der Psalmen und Hymnen der katholischen Kirche und die Passion als Vertonung des biblischen Passionstextes.

Die historische Entwicklung der Kirchenmusik

Die Musik der Christen bis zum 6. Jahrhundert bestand auf ihre Gesangstraditionen und reformierte sich unter Bischof Ambrosius von Mailand zum Ambrosianischen Gesang. Antiphonen und neu gedichtete Hymnen wurden eingeführt. Die Reformation unter Papst Gregor dem Großen führte zu einer Ansammlung von in der Liturgie verwendeten Melodien und Texten. Lokale Gesangsstile wurden von gregorianischen Chorälen abgelöst. Einstimmiger Gesang, lateinische Texte und Melodien des gregorianischen Chorals zeichneten diese Zeit aus. Mehrstimmigkeit entwickelte sich im Mittelalter durch die Notre-Dame-Schule. Im 14. Jahrhundert wurde die Orgel im Gottesdienst verwendet. In der sogenannten Alternatim-Praxis wird eine Hälfte der Lieder vom Chor gesungen und die andere Hälfte von der Orgel in einer mehrstimmigen Bearbeitung gespielt. Dabei wurden keine anderen Instrumente gespielt. Diese Bezeichnung nennt sich Versett.

Von der Renaissance bis zur Gegenwart

In der Renaissance im Laufe des 15. Jahrhunderts entwickelte sich die gemeineuropäische Musikkultur durch das Konzil von Konstanz. Kathedralen, Stiftskirchen und Stadtkirchen erhielten durch ihre Hofkapellen die Funktion musikalischer Institutionen. Ab der Reformation im 16. Jahrhundert trennten sich auch evangelische und katholische Kirchenmusik voneinander und in England nahm die gottesdienstliche Musik der Church of England ihren Lauf. In der katholischen Musik der Neuzeit im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Kirchensonate für ein oder zwei Soloinstrumente und den Generalbass gebräuchlich. Corelli, Vivaldi, Albinoni waren berühmte Komponisten. Im 19. und 20. Jahrhundert verstand sich die Kirchenmusik als heilige Tonkunst und hob sich von der weltlichen Musik ab. Ein durchsichtiger, liedhafter Text ist charakteristisch für diese Zeit. Nach dem zweiten Vatikanum ab dem Jahr 1963 wurde die Musik als wertvoller Schatz gepflegt. Eine neues Gesangsbuch im Jahr 1975 mit dem Namen Gotteslob und sein Nachfolger im Jahr 2013 sorgten für einen neuen Aufbruch mit verschiedenen Gattungen und zeitgenössischer Musik. Auch die Jazzmesse, Gospelmusik und Einflüsse des Beat und Rock schafften es in die Kirchenmusik.

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Bildquelle: Pixabay / fietzfotos