Über den Blues in Deutschland


Als vokale und instrumentale Musikform ist er in der afroamerikanischen Gesellschaft der USA um die Jahrhundertwende 1900 entwickelt worden und mit den Genres Jazz, Rock, Rock'n'Roll und Soul verwandt. Dennoch ist er die Basis der nordamerikanischen Musik. Alles führt zurück zum Blues, sogar Hip Hop. Aber auch in Deutschland ist die Bluesszene stark ausgeprägt.

Bluesschema und die Blue note

Der Standard-Aufbau von zwölf Takten und einer Melodie mit drei Akkorden bildet das Bluesschema. Daher bietet er Musikern durch diese Basis eine hervorragende Möglichkeit, spontan gemeinsam zu jammen, ohne voher bereits zusammen geprobt oder gespielt zu haben. Zur Erklärung der Bluestonleiter sei kurz angerissen, dass die sogenannte Blue Note bestehen aus zwei Tönen besteht: ein Ton zwischen kleiner und großer Terz und einer zwischen der verminderten und reinen Quinte, die sich jeweils auf den Grundton beziehen. Die kleine Septime ist keine blue note.

Den Blues haben

I've got the blues' oder 'I feel blue' ist ein Ausdruck der Trauer und steht im Kontrast zur beschwingten, tanzbaren Musik. Themen wie Verbrechen, finanzielle Not, unerhoffte Liebe oder Einsmkeit werden häufig in subjektiven Texten gesungen und basieren auf realen Erfahrungen der Interpreten.

Klarinette, Banjo, Tuba oder Jug

Instrumente sind nicht fest vorgegeben. Klarinette, Banjo, Tuba oder Jug – sie alle wurden bereits zu Blues gespielt. Doch weil die Gitarre ein erschwingliches Instrument ist, deren Bauart dem feucht-heißen Süden der USA trotzt, hat sie sich als reguläres Instrument durchgesetzt. Gerne wird sie dabei von einer Mundharmonika begleitet, die ebenso mobil ist.

John Lee Hooker, Muddy Waters und Howlin' Wolf sind populäre Vertreter dieses Genres in den 1940er und 1950er Jahren. Ihre Tradition wurde von Interpreten wie Buddy Guy, Jack White oder The Black Keys weitergeführt. Doch wie kam der Blues nach Deutschland?

Der Blues in Deutschland

Erste Bluesgruppen gründeten sich Ende der 1950er Jahre. Inspiriert von den Engländern, beispielsweise Eric Clapton, schwappte die Welle hinüber und entwickelte Anfang der 1970er Jahre Bluesgruppen und Bluesmen wie die Frankfurter City Blues Band, Das Dritte Ohr, Blues Company, Martin Philippi, Gerhard Engbarth und Richard Bargel.

Auftritte amerikanischer Bluesbands in Deutschland schürten die Euphorie, sodass sich kleine Plattenfirmen bilden konnten, beispielsweise das Ornament Label von Siegfried Christmann.

Das gegen Ende der 1970er Jahre verlegte Bluesmagazin Magazin Blues Forum, der German Blues Circle und regionale Bluesfestivals in Lahnstein, Unna, Leverkusen und Bremen setzen die Blueseuphorie fort. Plattenfirmen wie Crosscut Records, Document und Stumble Records wurden aus dem Boden gestampft. Diese Erfolge blieben den amerikanischen Bluesern nicht verborgen, sodass Interpreten wie Champion Jack Dupree, Louisiana Reed, Gary Wiggins und Christian Rannenberg nach Deutschland reisten. Hinzu kam die Begeisterung für Boogie Woogie, vertreten durch Toby Fichelscher und Leopold von Knobelsdorff mit der Boogie Woogie Company in Köln.

Heute frönen Bluesmusiker wie Thomas Feldmann, Dieter Kropp oder Klaus „Mojo“ Kilian ihrer Leidenschaft, und nicht zuletzt sei der German Blues Award genannt, der jährlich bei der Open Blues Challenge verliehen wird.

Die Seite big-blues.de informiert über regelmäßige Blues-Veranstaltungen in Deutschland.

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