Unplugged – der Zauber der Akustikmusik


Live und unverstärkt könnte wohl die Definition von Unplugged bedeuten. Die Assoziation zum Begriff  'MTV-Unplugged' liegt sofort nahe, denn zahlreiche, besondere Produktionen sind bereits unter diesem Namen entstanden.

Akustische Musik im Überblick

Unplugged – Die Kriterien

Keine elektronischen Hilfsmittel sind offiziell erlaubt, also Abspielgeräte, E-Gitarren, Keyboards und E-Bässe. Akustikgitarren, Pianos und der Kontrabass ersetzen diese elektronischen Instrumente. Je nach Konzert-Größe und Ausmaß ist der Begriff 'unverstärkt' jedoch relativ, weil diese Akustikinstrumente natürlich gehört und somit auch verstärkt werden müssen. Arrangements für Rockmusik werden umgeschrieben, neue Konzepte entwickelt und Instrumentierungen hinzugesetzt. Diese Veränderungen machen wohl den Zauber eines Unplugged-Konzertes aus, denn sie zeigen die mögliche Vielfalt eines Songs der Band oder des Künstlers. Der Kern des Songs bleibt und zeigt dadurch seine Stärke, denn wie viele Variationen und Coverversionen von unterschiedlichen Liedern in der Musikgeschichte zeigen, lässt sich ein Song auf unterschiedliche Art und Weise interpretieren. Bei einer Unplugged-Version sind alternative Stile und Klänge der Reiz und die Herausforderung eines Musikers. 

MTV-Unplugged

1989 produzierte der Musik-Fernsehsender MTV sein erstes Unplugged-Konzert. Den Auftakt der Reihe. Kleine Locations ersetzen die Stadionatmosphäre und bilden mit ihren Club-Konzerten eine intimere Spannung zwischen Musikern und ihrem Publikum. Auch Coverversionen anderer Künstler werden von Bands und Musikern gespielt. Neben den akustischen Versionen der elektrischen Instrumente werden auch klassische Instrumente eingesetzt und manchmal von Orchestern gespielt. Auch Chöre erweitern das Spektrum des Background-Gesangs. Besondere Locations wie Tropfsteinhöhlen, Filmstudios oder Museumsbooten bieten den I-Tupfel der Konzert-Produktionen. 1991 veröffentlichte Paul McCartney als erster Künstler seinen MTV-Unplugged-Auftritt und förderte somit den Erfolg der Konzert-Reihe. Es wird kein Genre ausgelassen. So wurde im Jahr 1991 das erste Rap-Hip-Hop-Special von De La Soul, LL Cool J und A Tribe Called Quest akustisch eingespielt. Maria Carey verkaufte in darauffolgenden Jahr ihr Unplugged-Album über zehn Millionen Mal und Eric Claptons legendäres Konzert aus dem Jahr 1992 wurde mit sechs Grammys ausgezeichnet. Led Zeppelin, Bob Dylan, die Hard-Rock-Band Kiss und die Britpop-Band Oasis folgten in der ersten Hälfte der 1990er Jahre. Auch Sting, Paul Simon und Roxette spielten unverstärkt und produzierten dadurch auch Songs für B-Seiten. Deutsche Künstler sind Herbert Grönemeyer, die Fantastischen Vier in der Balver Höhle, die Ärzte am Hamburger Albert-Schweitzer-Gynmasium mit seinem Schulorchester und -chor und die Toten Hosen am Wiener Burgtheater. Auch die Sportfreunde Stiller zeigten mit ihrem Unplugged in New York mit einer New-York-Kulisse in den Bavaria Filmstudios ihre Kreativität und musizierten mit Gästen wie den Subways, Meret Becker und Udo Jürgens. Die Beatsteaks, Udo Lindenberg, die Scorpions, Samy Deluxe und Max Herre sind nur eine kleine Auswahl deutscher Künstler, die ebenfalls ein Unplugged-Konzert produzierten.

Die Tonabnahme der Akustikinstrumente

Das größte Frequenzspektrum an Grundtönen und Obertönen hat das Fagott von 60 bis 10.000 Hz. Es folgen die Klarinette, Oboe und die große Flöte in der Kategorie der Holzblasinstrumente. Bei den Blechblasinstrumenten sind die Tuba, das Horn in F, die Posaune und die Trompete von Bedeutung. Sie steigern sich in einem Frequenzbereich von ungefähr 30 bis über 10.000 Hz. Jedes Instrument besitzt Formanten. Dies sind überbetonte Tonabschnitte, auch Resonanzen genannt. Sie entstehen durch Materialien, Maße, die Korpus-Verarbeitung und sind relevant für die Mikrofon-Auswahl. Holzblasinstrumente erzeugen durch Luftstrom, Klappen und den Ansatz sehr viele Eigengeräusche. Einige Instrumente haben darüber hinaus ein frequenzabhängiges Abstrahlverhalten, was bei der Positionierung des Mikrofons beachtet werden muss. Möchte man eine Oboe, Klarinette oder Querflöte direkt abnehmen, stellt man das Mikrofon in einem Winkel von 45 bis 60 Grad zur Rohrachse. Ein natürliches Klangbild entsteht durch eine größere Entfernung. Durch die Stereopaaraufstellung x/y oder a/b wird ein Bläserensemble aufgenommen. Empfindlichere Mikrofone sind hier vorteilhaft, weil ihre Pegel geringer als bei Blechblasinstrumenten.

Tonabnahme bei Holzbläsern

Das Alt-, Tenor- und Baritonsaxofon hat durch seine gekrümmte Form am Schalltrichter eine quer zur Klangröhre verlaufende Abstrahlung und ermöglicht den Einsatz von Clipmikrofonen. So entsteht kein Fremdschall durch ein benachbartes Instrument oder Umgebungsgeräusche. Auch die Bewegungsfreiheit des Musikers ist durch das drahtlose Mikrosystem gewährleistet. Im Studio eignen sich  Großmembran-Mikrofone. Die Querflöte ist durch seine Abstrahlung vom Mundstück akustisch betrachtet ein Dipol. Daher müssen Mikrofone zum Mundstück und zur Stütze den selben Abstand haben. Gesangsmikrofone bieten sich für die Live-Anwendung an, wobei jedoch auf Atemgeräusche geachtet werden muss. Die Klarinette sollte bei Studioaufnahmen ohne Teppichboden abgenommen werden, weil der Bodenbelag hohe Frequenzen reflektiert werden. Die Klarinette sollte in einem Raum ohne Teppichboden abgenommen werden, weil ihre Abstrahlrichtung frequenzabhängig ist und auch  ihre hohen Frequenzen reflektiert werden müssen. Ähnlich wie beim Saxofon eignen sich auch hier rückkopplungsarme und dynamische Mikrofone. Das Fagott kann über Kondensator- oder Großmembranmikrofone im Abstand von ca. 0,5 – 1 m über der Stürze abgenommen werden. Ein Zusatzmikrofon für Solisten ist vorteilhaft und kann in Richtung der Klappen ausgerichtet werden, sodass tiefere Mitten mit ihren 300 bis 500 Hz deutlich zu hören sind.

Tonabnahme bei Blechbläsern

Mit zunehmender Frequenz oder Tonhöhe minimiert sich der Abstrahlwinkel. Also eignen sich Clip-Mikrofone sehr gut. Der Schallpegel reduziert sich in Abstrahlrichtung, sodass auch der Hallradius und der Anteil der Raumakustik signifikant abnehmen. Bei der Trompete muss aufgrund des höheren Schalldrucks von bis zu 140 dB jedoch beachtet werden, dass Bändchen-, Kondensator und Großmembranmikrofone ungeeignet sind. Dennoch kann man sie einsetzt, wenn der Trompeter genügend Abstand zum Mikrofon hält und an ihm vorbei bläst. Dynamische Großmembranmikrofne benötigen ungefähr einen Meter Abstand, sodass der Ton natürlich klingt und scharf gebündelte, hohe Frequenzen nicht überbetont werden. Nach hinten dehnt sich die Abstrahlung des Schalls bei etwa 800 Hz aus. Ähnlich verhält es sich bei der Posaune. Weil jeder Blechbläser Kondenswasser regelmäßig ablassen muss, sollte man aufpassen, dies regelmäßig zu tun und das Wasser nicht in das Mikrofon gelangen zu lassen. Das Horn  benötigt ebenfalls ein Kondensator oder Großmembranmikrofon, weil es schräg nach hinten gespielt wird. Die Tuba hat eine weniger starke Bündelung der Abstrahlrichtung, sodass das Mikrofon mittels eines Galgenständers über der Stürze mit einem halben Meter Abstand montiert werden kann. Die Mundharmonika kann über ein Gesangsmikrofon oder die sogenannte Fahrradlampe abgenommen werden, die als dynamisches Kugelmikrofon geeignet ist. Beim Ensemblespiel  ist die Stereohauptmikrofonierung in der AB-Anordnung empfehlenswert, wenn kleine Bläserensembles abmikrofoniert werden sollen.

Tonabnahme eines Chors

Möchte man einen Chor abnehmen, muss man zunächst die Literatur des Chors beachten. Ob klassische oder moderne Songs aus dem Pop-, Jazz- und Gospel-Genre gesungen werden, entscheidet über das Klangbild und auch die Gewichtung der Stimmen. Außerdem ist die Aufstellung des Chors entscheidend, die sich ebenfalls von Chor zu Chor unterschiedet. Podeste ermöglichen eine Stufenaufstellung und ermöglichen, dass der Schall der hinteren Stufen optimal zum Mikrofon nach vorne durchdringen kann. Das Hauptmikrofon sollte man auf die Mitte des Chors ausrichten. Es steht in Kopfhöhe der vorletzten Reihe ohne Neigung. Ob das Publikum im Raum ist oder nicht ist ebenfalls ein entscheidendes Aufnahmekriterium, weil sich die Raumakustik verändert. Die Nachhallzeit verändert sich je nach Fülle des Raums. Je kürzer sie ist, desto stärker verändert sich auch der Hallradius. Er lässt sich über eine Formel errechnen und entspricht der Wurzel aus dem Quotienten von Raumvolumen und Nachhallzeit und wird mit dem Faktor 0,057 multipliziert. Eine mittlere Nachhallzeit, Holzvertäfelungen an den Wänden und keine Vorhänge, Glas- und Betonwände sind optimal. Klima- und Heizungsanlagen sind ebenso zu beachten. Das A/B-Verfahren kann gut bei in sich ausgewogenen Chören in akustisch guten Räumen verwendet werden. Dieses Verfahren gehört zu den Laufzeitstereofonieverfahren und ermöglichen einen guten, räumlichen Eindruck. Die Tiefenstaffelung ist besser. Mikrofone werden parallel auf das Zentrum der Schallquelle ausgerichtet, doch bei einem Chor muss man drauf achten, durch den Dirigenten kein Hindernis entstehen zu lassen. So ist die Überkopfhöhe mit einer Mikofonbasis von 17,5 cm und maximal 50 cm eine gute Position. Wenn die Gesangsgruppen weniger als zehn Mitglieder haben, ist eine Einzelmikrofonierung mit einer Ausrichtung auf die Stimmgruppen vorteilhaft. Zwei bis drei Sänger können sich ein Mikrofon teilen.

Tonabnahme bei Saiteninstrumenten

Der Kontrabass kann mit einem Stegtonabnehmer abgenommen werden. Dieser wird in die Flügel und Kerben des Steges eingeklemmt, in den Steg eingebohrt oder auch mit Metallklammern an der Stegoberkante angeklippt. Auch Deckenabnahmesysteme sind möglich. Sie werden zwischen Stegfuß und Decke geklemmt, können aber auch mit knetähnlichen Klebematerialien auf der Decke befestigt werden. Stachelmikrofone haben eine Kondensator-Technik und nehmen den Ton im Instrumenten-Inneren über ihre Integration im Stachel ab. Elektromagnetische Tonabnehmern schweben über der Decke des Kontrabasses und werden am Griffbrettende angebracht. Die Stilrichtung und die Bauart des Basses entscheiden über das geeignete Abnahmesystem. Die Akustikgitarre ist als individuelles Instrument bei der Tonabnahme hohen Ansprüchen ausgesetzt. Je nach Sound und Spielweise variieren auch die Aufnahmekriterien. Plektrumstärken, Barré-Akkorde, Picking und Anschlagtechniken – all diese Parameter müssen berücksichtigt werden. Die Raumauswahl ist ebenso entscheidend. Ein mittelgroßer Raum mit Parkettfußboden und Holzverkleidung ohne störende Raumresonanzen erzeugen einen angenehmen Klang. Auch die Bauformen der Gitarre wie Dreadnought, Grand Concert und Jumbo beeinflussen die Auswahl der Mikrofon-Tonabnahme. Meistens wird zu einem Kondensatormikrofon gegriffen, weil die Akustikgitarre über einen sehr weiten Frequenzbereich verfügt. Dynamische Tauchspulmikrofone oder Bändchenmikrofone erzeugen einen mittigen und laid-back Sound und mildern den Klang ab. Kleinmembran- und Großmembran-Kondensatormikrofone sind gleichermaßen geeignet. Letzteres erzeugt eine wohliger Klangfülle. Weil die Akustikgitarre ein komplexes Abstrahlverhalten hat, sollten Mikros mit engen Richtcharakteristika wie  Hyperniere oder Superniere eher gemieden werden. Eine breite Niere, die wide cardiod, wird empfohlen, wenn man der Abstand zwischen Mikro und Gitarre gering ist. Kugelmikrofone sind für gut klingende Aufnahmeräume geeignet. Je kürzer der Abstand zwischen Mikro und Gitarre ist, desto weiter sollte das Aufnahmefeld sein, um wummernde Bässe zu vermeiden. Je nach Anzahl der Akustikgitarren variiert auch die Empfehlung zur Auswahl von Mono oder Stereo. Monospuren sind für dichte Arrangements eher geeignet als raumbeanspruchende Stereospuren. Steht die Gitarre jedoch im Vordergrund wie zum Beispiel bei eienr reinen Aukstikaufnahme, ist eine Stereoabnahme zu zu empfehlen. Zwei Mikrofone werden postioniert. Eins wird von der halsabgewandten Seite von außen schräg auf den Steg richtet, das andere am  Hals/Korpus-Übergang. Bei der XY-Anordnung werden zwei Mikrofone in etwa 90 Grad zueinander ausgerichtet und übereinander angeordnet. Entscheidet man sich für eine Monoaufnahme, sollte man in Höhe des  Hals/Korpus-Übergangs in einem Abstand zwischen 30 und 60 cm vom Instrument das Mikrofon aufstellen. M/S-Stereophonie ist eine weitere Alternative, bei der M und S für Mitten und Seitensignal stehen. Symmetrischer Klang, ein hervorragend klingendes Direktsignal und ein ausgewogener Sound sind Vorteile. Allerdings benötigt man für dieses Verfahren. Für das M/S-verfahren braucht man allerdings eine MS-Matrix, die das  Mitten/Seitensignal in ein Links/Rechts-Signal umwandelt. Das Signal muss in die Stereomitte gelegt werden. Ein Vorverstärker hat einen M/S-Decoder integriert, sodass das S-Signal des Achtermikrofons mit seiner Hilfe auf den linken Kanal und phasenverkehrt auf den rechten Kanal gelegt werden kann. Ohne Vorverstärker lässt sich mit Plug-ins in der Software ein M/S-Signal in ein L/R-Signal decodieren. Live ist ein Pick-Up-System vorteilhaft, im Studio hingegen wird mit einem zusätzlichen Mikrofon nachgeholfen. Nimmt man einen singenden Gitarristen ab, sollte man ein  Großmembran-Kondensatormikrofon mit einem Meter Abstand so positionieren, dass Gesang und Gitarre zeitgleich aufgenommen werden können.

Tonabnahme eines Schlagzeugs

Möchte man ein Schlagzeug abnehmen, ist ein ausgewogen klingendes Drumset die Voraussetzung. Unterschiedliche Konzepte sind hier gegeben. Zwei Mikrofone können als Overhead und Bassdrum-Mikro fungieren, wie es bei den Beatles der Fall war. Doch auch einzelne Mikrofone können vor die jeweiligen Trommeln und Becken positioniert werden. Die tiefen Frequenzen der Bassdrum werden im Inneren der Bassdrum positioniert. Eine schwere Wolldecke im vorderen, inneren Teil der Bassdrum über dem Mikrofon dämpft die hohen Frequenzen und verhindert das Übersprechen anderer Instrumente. Als Overheads eingesetzte Kondensatormikrofone leisten die Aufnahme der Becken und hängen je nach Lautstärke des Ride- und Crash-Beckens über ihnen an Galgen-Mikrofonständern. Klingen die Becken zu laut, kann man Overhead-Mikrofone mit geringer Höhenanhebung nutzen. Es sollte zunächst jedoch unbedingt geprüft werden, ob diese Mikros auch in Mono gut klingen, bevor man sie in der AB-Anordnung positioniert. Bändchenmikrofone können auch als Overheads eingesetzt werden, weil sie eine natürlichen Sound und weiche Höhen erzeugen. Eine Alternative bilden Kondensatormikrofone für einen Vintage-Sound oder gegen den Klang greller Becken. Doch für die Bassdrum sind diese Mikrofone nicht geeignet, weil sie durch die starken Impulse und Schübe die dünnen Aluminiumbändchen zerstören können. Die Snare als besonderes Charakteristikum eines Drumsets benötigt besondere Beachtung. Sie wird von oben und unten abgenommen und beispielsweise mit dem Shure SM57 bestückt. Wichtig ist die Überprüfung der Phasenlage. Die HiHat kann ebenfalls durch die Overheads abgenommen werden, es eignet sich jedoch auch für eine Einzelabnahme ein Nierenmikofon. Der obere Beckenrand ist die Ausrichtungsquelle des Mikros. Auch Toms können über die Overheads abgenommen werden, weil sie im Vergleich zu den anderen Trommeln seltener zum Einsatz kommen. Wer möchte, kann sich auch auf ein Schlagzeug-Mikrofonset verlassen. Ein Bass-Drum-Mikrofon, ein Snare-Mikro, zwei Overhead-Mikros und Clip-Mikros für die Toms decken das Spektrum ab.

Exkurs: Verschiedene Tonaufnahme-Verfahren im Überblick

Die Laufzeitstereofonie ist ein Aufnahmeverfahren, bei dem die Laufzeitdifferenzen des Signals an beiden Mikrofonkapseln zu diesen Unterschieden bei den Wiedergabelautsprechern führen. Sie erzeugt ein besseres, räumliches Klangbild als die Intensitätsstereofonie, weil sie dem Hören des menschlichen Ohrs im Bezug auf den Abstand der Trommelfelle entspricht. Die Intensitätstereofonie hat entscheidende Pegelunterschiede im Signal. Die Mikrofokapseln sitzen vertikal übereinander und haben keine Laufzeitunterschiede. Diese Signalverarbeitung entspricht der eines Mischpultes. Das Laufzeitstereofonieverfahren wird in das A/B-Verfahren und X/Y-Verfahren gegliedert. Hinzu kommen das M/S- und ORTF-Aufnahmeverfahren. Das A/B-Verfahren steht fr eine gute Tiefenstaffelung und die direkten Signale für den linken und rechten Kanal werden aufgenommen. Das X/Y-verfahren hat eine drehbare und eine fest stehende Mikrofonkapsel. Das Mitten/Seiten-Verfahren, also das M/S-Verfahren, hat für zwei identische Mikrofone die X/Y-Technik. Ein Richtungsmischer wandelt das Mikrofonsignal um, damit das Links-/Rechtssignal weiter verwendet werden kann. Diese Signale werden mit einer Acht für das Stereosignal verwendet. Für das Mono-Signal kommt eine beliebige Richtcharakteristik wie Niere oder Kugel zum Einsatz. Auf die Mitte des Hallsignals wird das Mono-Mikrofon gerichtet, das Stereosignal hingegen wird seitlich nach links um 90 Grad gedreht. So kann der Aufnahmebereich in der Tonregie später noch beeinflusst werden, was beim X/Y-Verfahren nicht möglich ist. Die Abbildugsschärfe ist beim M/S-Verfahren sehr deutlich und bei Rundfunkanstalten sehr populär.  Das Einzelmikrofonverfahren wird auch Polymikrofonie genannt. Hierbei fehlt ein Hauptmikrofon, denn im Nahbreich der einzelnen Schallquellen wird gearbeitet. So werden Übersprungen und Diffusschalle vermieden. Beim ORTF-Verfahren werden zwei Nieren-Mikrofone auf einer Schiene montiert, deren Kapsel-Abstand 17 cm beträgt. Diese haben einen Öffnungswinkel von je 55 Grad, sodass ein gesamter Winkel von 110 Grad entsteht. Ist die Schallquelle fünf Meter breit, beträgt der Abstand vom Mikrofon zur Schallquelle 2,30 Meter, also eine perfekte Einstellung von 46%. Diese Faustformel gibt es auch mit einem 60-Grad-Verfahren, sodass geringe Klangabweichungen im Monoformat für Einsteiger sehr kompatibel sind.

Darum mögen Musiker Unplugged

Der Blueser Greyhound George „mag einfach den natürlichen Klang unverstärkter Instrumente. Ich mag, dass aus diesen Instrumenten genau das hereinkommt, was der Musiker hereingegeben hat und ich mag das Direkte zwischen Musiker und Publikum. Als Gitarrist finde ich es außerdem herrlich, dass ich mit einer Akustikgitarre im Fingerpicking-Stil meine ganze Band immer dabei habe. Wenn das Ganze zur Modeerscheinung wird, damit Udo und Marius im Sitzen spielen können und Carl Carlton eigentlich E-Gitarre auf der Dreadnaught spielt, finde ich das künstlerisch weniger gelungen.“ Auch Richie Arndt mag als langjähriger Blueser die Akustikgitarre: „Sie hat mehr Dynamik als die E-Gitarre und man kann auf ihr sehr gefühlvoll spielen. Die Tonabnahme ist allerdings schwierig und live braucht man das richtige Publikum, das zuhört. In einer Kneipe eignet sich das nicht. Aber auch im Studio finde ich Unplugged-Musik super. Als damals die Unplugged-Welle mit Eric Clapton aufkam, fand ich das zunächst fürchterlich. Die Gitarren klangen dünn. Aber als ich die Akustikgitarre dann selber ausgepackt habe, habe ich sofort die Intimität bemerkt.“

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