Produktionsmusik von Music Sculptor

Production Music oder auch Archivmusik ist Musik, die speziell zur Nutzung in TV, Film, Hörfunk, Werbung, Filmtrailern, Videospielen, Imagefilmen, YouTube etc. produziert wird. Music Sculptor, ein Bonner Unternehmen mit einem großen Online-Katalog mit Produktionsmusik, gibt uns Einblicke in die Welt der Production Music.

Was ist Production Music?

Production Music nahm dem Prinzip nach ihre Anfänge schon in der Stummfilmzeit. Bewegte Bilder wurden regelmäßig live von Klaviermusik begleitet. Nach 1910 erkannte die Filmbranche mehr und mehr, dass in sich geschlossene „autonome“ Musikwerke nur bedingt wirkungsvoll im Zusammenhang mit dem „Storytelling“ der Filme sind. Die geschlossene Sonatensatzform einiger der damals häufig eingesetzten Musikwerke beispielsweise fand kaum einen Anker in der Filmhandlung. Erste Komponisten begannen daher, Musikstücke zu komponieren, die durch einen sich fortentwickelnden und offenen Verlauf gezielt den dramaturgischen Anforderungen von Filmen Rechnung trugen und vielfältig einsetzbar waren. Damals wurden diese Musiken für Produktionszwecke („Production Music, auch „Library Music“ oder „Archivmusik“ genannt) in Notenform bereitgestellt und dann von Film-Pianisten frei kombiniert.

Auch heute wird ein großer Teil der Inhalte in den audiovisuellen Medien von Musik begleitet, die nicht für den jeweiligen Beitrag komponiert, sondern mit feinem Gespür aus einem Angebot spezialisierter Musikkataloge ausgesucht wurde. Heutzutage liegt solche Musik selbstverständlich nicht in Form von Noten, sondern in Form von fertigen und direkt verwendbaren Aufnahmen in Katalogform vor. Music Sculptor ist ein solcher „Musikkatalog für Erzähler“. Die über www.musicsculptor.com auffindbare Musik folgt in ihrer Form, ihrem Arrangement, ihrer Produktionsweise und ihrer kompositorischen Idee und letztlich ihrem gesamten emotionalen Ausdruck der Maxime, dass sie zu gesprochenem Wort, filmischen Geräuschen und Montagetechniken funktionieren und einen dramaturgischen Mehrwert erzeugen muss.

Der Katalog von Music Sculptor

Die Implikationen dieses Ansatzes sind vielfältig. Häufig ist die Musik im Katalog von Music Sculptor reduziert und transparent arrangiert, denn oftmals stört eine zu große Fülle an Klang-Details das Zusammenwirken mit anderen Tonkomponenten audiovisueller Inhalte. Von nahezu jedem Musiktitel gibt es daher zusätzliche weiter reduziertere Alternativversionen im Audioplayer. Die dennoch – oder gerade deshalb – intensive Wirkung der Musik im medialen Kontext ergibt sich aus der Hinwendung der Komponistinnen und Komponisten zum feinen Detail: Wiederkehrende und identitätsstiftende Motive werden mit viel Raffinesse klanglich variiert oder moduliert. Dominante und ausladende Melodiebögen finden sich selten, zumindest dann nicht, wenn eine vergleichbare emotionale Wirkung mit subtileren Mitteln erzielt werden kann. Natürlich gibt es auch Musiktitel mit fülligen und opulenten Arrangements – dort, wo es das Thema und die gewählte musikalische Stilistik schlicht erfordern. Nicht immer wird Musik in den Medien schließlich im Hintergrund eingesetzt.

Sämtliche Musik im Katalog ist in Form von Alben organisiert, die bezogen auf das Storytelling ein inhaltliches Thema mit einer Vielfalt an unterschiedlichen Musiktiteln abdecken. Teils handelt es sich bei den Alben um Kompilationen mit Musik von mehreren renommierten internationalen Komponistinnen und Komponisten, teils auch um Einzelalben, in denen eine Autorin oder ein Autor den Facettenreichtum des Themas allein erschließt. Alle Musik wird genauestens auf Eignung geprüft und vor der Übernahme in den Katalog gemastert, damit der Katalog durch eine einheitliche Güte überzeugen kann. Jeder einzelne Titel wird umfangreich und mit Gespür für die Bedürfnisse von Medienproduzenten verschlagwortet, kategorisiert und beschrieben, so dass er über die intuitive Schlagwortsuche auf der Website je nach Eingabe gefunden werden kann. „Intuitiv“ heißt dabei, dass sowohl beschreibende Kriterien (traurig, fröhlich, entspannt, aggressiv, neutral, …) als auch musikalische Charakteristika (Klavier, Gitarre, Walzer, Orchester, Soloklavier, akustisch, elektronisch, …) und assoziative Begriffe (Schmetterling, Frühling, Alm, Diagramm, Bruttoinlandsprodukt, …) frei eingegeben und miteinander kombiniert werden können.

Rechtliches und Vergütung für die Komponisten

Rahmenverträge der meisten Fernsehsender und Online-Plattformen mit den Verwertungsgesellschaften der einzelnen Länder, aber auch der Music Library mit den einzelnen Sendern, ermöglichen in der Regel einen denkbar einfachen Ablauf beim Einsatz der Musik. Mehr und mehr fällt durch den Einsatz von Fingerprinting-Technologien sogar die klassischerweise notwendige „Musikmeldung“ weg. Auch im Bereich Social Media ist die Musik problemlos anwendbar. Für werbliche Nutzungen reicht eine Anfrage bei der Library, damit die entsprechende Lizenz vereinbart und erteilt werden kann. Die angemessene Vergütung der Autorinnen und Autoren wird durch die Verwertungsgesellschaften gewährleistet, wo notwendig aber auch durch den zu Music Sculptor gehörenden Verlag sowie die internationalen Subverlage, mit denen Kooperationsverträge bestehen. Insgesamt verfolgt Music Sculptor eine Fair-Licensing-Philosophie, der zufolge Autorinnen und Autoren fortwährend an jedweder Art von Einkommen, das mit der Lizenzierung ihrer Musiktitel erzielt wird, angemessen beteiligt werden, denn nur so kann nachhaltig qualitativ hochwertige Musik entstehen.

Während einige Komponistinnen und Komponisten Production Music ergänzend zu ihrem sonstigen musikalischen Schaffen schreiben und produzieren, etwa zwischen ihren filmkompositorischen Auftragsarbeiten oder zwischen ihren Song-Veröffentlichungen, hat sich mehr und mehr auch das primäre Berufsbild des Production-Music-Komponisten herausgebildet. Bei entsprechendem Talent und Gefühl für die musikalischen Bedürfnisse des Medien-Marktes bietet die Production Music Möglichkeiten, eine große Bandbreite an musikalischen Ideen, Stilen, Spiel- und Kompositionstechniken und Produktionsweisen zu verwirklichen und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Grundlage zu schaffen.

Hohe Qualitätsansprüche an Production Music

Die Ansprüche an die Qualität von Aufnahme und Produktion und an die Komposition an sich sind hoch, und bisweilen wird Production Music sogar als Trendsetter gesehen, was die Machart und den Sound aktueller medialer Musik angeht. Dennoch steht Production Music kaum in Konkurrenz mit Auftragskompositionen etwa für Spielfilme. Eine Handlung von der ersten bis zur letzten Szene in konsistentem Stil und unter Berücksichtigung selbst kleinster Wendungen in den Dialogen und Bildern mit Musik zu unterstützen, ist durch Kombination vorbestehender Musiken schlicht nicht möglich. Hingegen bedienen sich die Macher von journalistischen Beiträgen, Reality- oder Show-Formaten mit Vorliebe vorbestehender Production Music, weil bereits beim Schnitt die Musik vorliegen soll und die enormen Ansprüche an Vielfalt und Qualität der Musik von Auftragskomponisten in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit nicht erfüllt werden könnten. In jedem Fall zählt Production Music zu den hoffnungsreichen und zukunftsfähigen Musikmärkten, die auch nach dem Wegfall massenhafter Tonträger-Verkäufe „funktionieren“ und kreatives Schaffen mit Wirtschaftlichkeit verbinden.